Weitere Informationen zu den Vorkommnissen in Augsburg

Am gestrigen Samstag, den 05. März 2016 spielte unser Bayer beim FC Augsburg. Wie bereits gestern auf unserer Facebook-Seite angekündigt, gab es einen, aus unserer Sicht überzogenen, Polizeieinsatz und eine unter Gewalt angedrohte, länger andauernde Personalien Feststellung. Die Kurvenhilfe Leverkusen war bei den gestrigen Vorkommnissen in Augsburg ebenfalls vor Ort und möchte an dieser Stelle kurz über die Hintergründe des Polizeieinsatzes berichten. Wir bitten um Verständnis, dass wir aufgrund wohlmöglich anstehender Verfahren nicht all zu sehr auf Details eingehen werden.

Im Vorfeld der Partie erhielten die Anhänger von Bayer 04 Leverkusen die Information, dass die Mitnahme von Zaunfahnen am Spieltag nicht erlaubt sei. Die aktiven Fanclubs rund um die Ultras Leverkusen entschieden sich dennoch dafür, die Banner mit ins Stadion zu nehmen, da selbige für den Fan einen elementaren Bestandteil der Fankultur darstellen und von einem Stück Stoff keine Gefahr ausgehen kann. In der WWK-Arena versuchte der Ordnungsdienst des FC Augsburg die ungefährlichen Zaunfahnen der Fans mit Gewalt sicher zu stellen. Hierbei wurden mehrere Mitgereiste gewaltsam ohne vorherige Kommunikation vom Ordnungsdienst angegangen. Trotz dieser Gewaltanwendung seitens des eingesetzten Personales blieben die Zaunfahnen im Besitz der Fanszene weshalb der Ordnungsdienst erneut, mit Unterstützung der Polizei, massive Gewalt gegen die Fangruppen anwendete.

Als die Lage sich wieder beruhigt hatte und die Fanszene sich in den Block zurückgezogen hatte um endlich die Mannschaft unterstützen zu können, wurde unter Androhung eines Blocksturmes durch die Polizei und gleichzeitiger Anwendung weiterer Gewalt die Herausgabe eines Mitgliedes der Ultras gefordert. Die anwesenden Fans entschlossen sich daraufhin den Block gemeinsam zu verlassen und eine angedrohte Gewalt durch Ordnungsdienst und Polizei nicht zu akzeptieren. Beim Verlassen des Stadions wurde von der Polizei erneut die Herausgabe des Mitgliedes gefordert. Wieder wurde unmissverständlich klar gemacht, dass der eingesetzte Staatsapparat Maßnahmen einsetzen würde gegen welche die Anwesenden Personen, laut Polizeisprecher, keine Chance hätten.

Um weiteren Eskalationen vorzubeugen entschloss sich die betroffene Person, seine Personalien freiwillig abzugeben. Hierbei wurde zugesichert, dass sich die Fans danach zu ihren Bussen begeben und die Heimreise antreten könnten. Nach dem die Maßnahme vollzogen war und alle Beteiligten wieder in ihren Bussen saßen, war man eigentlich bereit für die Abfahrt. Die anwesende Polizei verhinderte diese, entgegen der vorherigen Absprache allerdings und forderte nun plötzlich die Herausgabe aller Personalien der in den beiden Bussen anwesenden Personen. Auch dieser Forderung wurde durch Androhung von Gewalt seitens der Polizei Ausdruck verliehen. Würde man der Aufforderung nicht nachkommen, würden beide Busse von den anwesenden Beamten gewaltsam betreten. Wieder versuchte man dieser neuen Eskalation aus dem Weg zu gehen und akzeptierte auch diese Maßnahme. Jeder in den Bussen musste seine Personalien abgeben. Es dauerte weit über eine Stunde bis auch diese Maßnahme abgeschlossen war, da sich die Beamten nun noch dazu entschlossen einen der beiden Busse komplett zu durchsuchen. Wie eine solche Durchsuchung mit den vorherigen Ereignissen in Verbindung stehen kann bleibt bis zum jetzigen Zeitpunkt schleierhaft.

Als Kurvenhilfe hinterfragen wir hier ganz klar das Verhalten der anwesenden Polizei und des Ordnungsdienstes des FC Augsburg! Zaunfahnen, die unter anderem auch vom DFB zu den festen Bestandteilen der Fankultur gezählt werden (http://www.dfb.de/fileadmin/_dfbdam/77797-Einheitliche_Definition_von_Fan-Utensilien.pdf) stellen keine Gefahr für Stadionbesucher, den Ordnungsdienst oder die Polizei dar. Diese also vorab zu verbieten ist pure Repression. Eine solche Eskalation herbei zu führen, welche angeblich mit Verletzten endet, ist maßlos überzogen und aus unserer Sicht pure Schikane durch das eingesetzte Personal welches sowohl verbal als auch durch sein Auftreten eine Begrüßung der Eskalation wohl eher befürwortete als zu verhindern versuchte.

Die Kurvenhilfe unterstützt jeden Betroffenen und wir werden alles dafür tun, um gegen jegliche Repressionen vorzugehen.

Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals bei allen Bayer-Fans die sich nach den Vorkommnissen mit den Betroffenen Fans solidarisiert haben.

Ein weiterer Dank geht an die anwesenden Personen der Fanbetreuung und dem Fanprojekt, die versucht haben in der unübersichtlichen Situation zu vermitteln. Unser Dank gilt ebenfalls den Ultras aus Augsburg, die versucht haben Kontakt zu uns aufzunehmen und Ihre Hilfe angeboten haben! Für den Erhalt der Fankultur und gegen Polizei Willkür!

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