Einführung der Stadionverbotskommission

Am heutigen Tage wurden die Vorsitzenden der Bayer 04 Leverkusen Fanclubs darüber informiert, dass es in den letzten Wochen zu einer Ausarbeitung einer transparenten und in unseren Augen weitestgehend fairen  Ablaufpraxis hinsichtlich der Aussprache von Stadionverboten gekommen ist.

Hierzu wurde seitens Bayer 04 Leverkusen ein Ablaufplan veröffentlicht an welchen man sich nun öffentlich bindet und der jedem Betroffenen die Möglichkeit gibt, sich vor der Stadionverbotskommission zu äußern bevor ein Stadionverbot ausgesprochen wird. Ein äußerst lobenswerter Schritt seitens Bayer 04 – war die Praxis in der Vergangenheit doch höchst umstritten und äußerst undurchsichtig, sodass Betroffene erst ein Stadionverbot und oftmals erst im Nachgang die Möglichkeit bekommen haben sich zu äußern.

Der Ablaufplan wurde unter Mithilfe der Fanbetreuung, des Fanprojektes und durch Einbindung der Kurvenhilfe unter Berücksichtigung der Richtlinien zur einheitlichen Behandlung von Stadionverboten des DFB/der DFL ausgearbeitet.
Die Stadionverbotskommission besteht aus einem Mitglied der Fanbetreuung, einem Mitglied des Fanprojektes, einem unabhängigen Pfarrer und Sozialarbeiter, sowie dem Stadionverbotsbeauftragten.

Zudem hat Bayer 04 bekannt gegeben, dass es mit Lars Küpper, dem Chefjuristen seitens Bayer 04, eine neue Personalie gibt, welche nun als Stadionverbotsbeauftragter fungiert. Auch diesen Schritt empfinden wir als sehr begrüßenswert, da es in der Vergangenheit – nicht ausschließlich aber durchaus oftmals – zur willkürlichen Aussprache von Stadionverboten kam. Hier entstand häufiger der Eindruck, dass persönliche Gründe eine ausgesprochen signifikante Rolle bei der Beurteilung des Betroffenen und der ihm zur Last gelegten Situation spielten.
Im Zuge des neuen Ablaufes gilt es in unseren Augen nun, willkürliche und ungerechtfertigt ausgesprochene Stadionverbote, gerade im Zusammenhang mit den Vorfällen beim Spiel gegen Borussia Mönchengladbach, erneut zu prüfen und aufzuheben.

Den genauen Ablaufplan haben wir hier abgebildet, sodass es jedem möglich ist die Beurteilungs- und Vergabepraxis nachvollziehen zu können.

Ein Wermutstropfen bleibt allerdings – so finden Gästefans in diesem Ablaufplan keine Berücksichtigung, obwohl die Kurvenhilfe sich auch für die Aufnahme dieser in der Ablaufpraxis eingesetzt hat.

Abschließend bleibt zu sagen, dass dieser Schritt für die heimische Fanszene durchaus ein richtiger, wichtiger und auch zukunftsweisender hinsichtlich eines fairen und transparenten Umganges zwischen Verein und Fans darstellt.
Generell bleibt dennoch festzuhalten, dass ein Stadionverbot kein adäquates Mittel der Rechtsprechung darstellt.

Unverhältnismäßiger Polizeieinsatz beim Heimspiel gegen Frankfurt

Hallo Fanszene,

wir möchten mit folgendem Text kurz die Ereignisse des Heimspieltags gegen Eintracht Frankfurt resümieren und aufarbeiten. Als Fanhilfe der aktiven Fanszene haben wir den Großteil der Ereignisse dieses Spieltags selbst miterlebt und können uns demnach gut ein Bild des Tagesablaufs machen.

Nachdem sich am Spieltag die aktive Szene relativ früh an Ihrem Treffpunkt versammelte, fiel schon früh eine erhöhte Polizeipräsenz auf. Zunächst empfand man dies allerdings nicht als ungewöhnlich, da in den Tagen zuvor bereits seitens Bayer 04 und der Medien berichtet wurde, dass das Spiel gegen Eintracht Frankfurt eine gewisse Brisanz mit sich bringen würde und man sich entsprechend vorbereiten wolle.

Dass die erhöhte Polizeipräsenz nicht nur zum Schutz der beiden Anhänger aufgefahren wurde und gezielt gegen unsere Fanszene eingesetzt werden sollte, erfuhren die beteiligten Personen dann beim üblichen Gang zum Stadion. Auf dem Weg wurden erste Gerüchte laut, dass die Polizei im Stadion warte, mit dem Ziel Personen zu identifizieren, die möglicherweise an der Pyroaktion beim Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach beteiligt waren. Weiterlesen

Spendensammlung beim Heimspiel gegen Berlin

Liebe Bayer-Fans,

als Fanhilfe der aktiven Fanszene haben wir in den letzten Monaten und Jahren schon einige interessante Dinge zu Gesicht bekommen. Diese Winterpause setzt allerdings neue Maßstäbe, die wir euch nicht vorenthalten können!

Zu Beginn der aktuell laufenden Saison spielten wir im Sportpark Husterhöhe in Pirmasens, in der ersten Pokalrunde gegen den SC Hauenstein. Wie bei so gut wie jedem anderen Spiel stellten die Ultras Leverkusen im Gästeblock zwei Vorsänger, die die mitgereisten Bayer-Fans animieren sollten. Im Anschluss an diese Partie erhielten nun beide Vorsänger der Ultras eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch, ein lokales Stadionverbot im Sportpark Husterhöhe und dazu noch ein bundesweit gültiges Stadionverbot bis März! Außerdem erhielt einer der beiden zusätzlich ein Bußgeld in Höhe von 823,50€!

Die Begründung hierfür lässt jedem Vollblutfan und jedem Verfechter der Fankultur die Haare zu Berge stehen. Die Stadt Pirmasens kreidet beiden Vorsängern an, dass diese in Ihrer Funktion als Capo den Zaun bestiegen und von dort aus den Block angeheizt haben. Dabei findet die Tatsache, dass sowohl wir selbst im Jahr 2010, als auch andere Szenen im Sportpark Husterhöhe bereits den Gästeblock in Pirmasens besucht und ebenfalls den Zaun bestiegen haben und dass dieses Vorgehen zum Spielalltag in deutschen Fanblöcken gehört keine Beachtung. Hier wird das Hausrecht willkürlich eingesetzt und missbraucht! Vermutlich als Werkzeug für eine Retourkutsche, aufgrund der beim Einlauf gezeigten Tifoshow mit bunten Rauchakzenten. Anders können auch wir uns nicht erklären, warum ausgerechnet unsere Capo’s einer solchen Anzeige ausgesetzt werden, während die Vorsänger anderer Szenen „business as usual“ betreiben und richtigerweise das Stadion ohne Anzeige wieder verlassen können.

Nach Rücksprache mit unseren Anwälten und den Betroffenen haben wir uns dazu entschieden die Strafen zu akzeptieren, da es, wie man sieht, im Rahmen des Hausrechtes durchaus möglich ist auch die absurdesten Dinge unter Strafe zu stellen. Ginge man an dieser Stelle gegen diese Anzeige vor kann man davon ausgehen, dass der Fall unter keinen Umständen vor Ablauf des Stadionverbotes eine rechtliche Klärung finden würde. Darüber hinaus würden die finanziellen Aufwendungen in keinem Verhältnis zu der Strafsumme stehen, sodass es sinnvoll war die schmerzhafte Entscheidung zu treffen, dass man hier schlichtweg den sogenannten Mühlen der „Gerechtigkeit“ zum Opfer fällt.

An dieser Stelle sind alle Bayer 04 Fans gefragt und von uns dazu aufgefordert unseren betroffenen Vorsänger finanziell zu unterstützen! Wir müssen einander stützen und diesem Apparat gemeinsam die Stirn bieten. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Willkür eines Hausherren solch ein massives finanzielles Loch in das Privatleben eines Menschen reißt, die nichts anderes gemacht haben als das was sie jedes Wochenende tun. Nämlich mit dem Rücken zum Spielfeld auf dem Zaun zu stehen, den Block anzuheizen und die Mannschaft bestmöglich zu unterstützen. In solchen Situationen muss die Fanszene zusammenrücken und dieser Ungerechtigkeit gemeinsam entgegentreten. Es darf unter keinen Umständen sein, dass eine Person welche im Sinne der Fanszene und der Mannschaft handelt einem derartigen finanziellen Seitenhieb ausgesetzt ist.

Am Sonntag, beim Heimspiel gegen Berlin werden wir mit entsprechenden Spendendosen am StadionEck stehen und Geld für die entstandene Strafsumme sammeln. Unterstützt uns, damit wir ihm unter die Arme greifen können und ihm zeigen, dass er nicht alleine ist und das wir als Fanszene es nicht zulassen, dass Personen unserer Fanszene willkürlich Schaden nehmen.

Gemeinsame Stellungnahme der Kurvenhilfe Leverkusen und der Fan-Hilfe Mönchengladbach

In den letzten Tagen erreichte einige Anhänger der aktiven Fanszene von Bayer Leverkusen unangenehme Post der Polizei. Gegen Teile der Stadionverbotler – aber auch gegen Personen ohne Stadionverbot – wird für das Auswärtsspiel der Werkself in Mönchengladbach ein Stadtverbot für das gesamte Stadtgebiet in Mönchengladbach ausgesprochen! Dass Stadtverbote einen massiven Eingriff auf die persönliche Bewegungsfreiheit eines jeden Menschen ausüben, diesen in seiner Freiheit und in der Auslebung seiner Passion einschränken und die bloße Tatsache eines Stadtverbotes die betreffenden Personen pauschal kriminalisiert, denunziert und unter Umständen vor dem Arbeitgeber, der Familie, Freunden und Verwandten bloßstellt, wurde in der Vergangenheit häufig angeprangert und den entsprechenden Behörden dargelegt. (http://www.nk12.de/stadioneck-bleibt-heute-geschlossen/)

Die nun ausgestellten Stadtverbote stellen allerdings einen neuen Höhepunkt der Unverhältnismäßigkeit dar. Die Polizei begründet die Stadtverbote unter anderem damit, dass „das Verhältnis zwischen den Problemfangruppen von Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen aus polizeilicher Sicht als rivalisierend eingestuft wird.“ Dieser Einschätzung widersprechen wir als Rechtshilfen der zwei Fanszenen vehement. Beide Lager pflegen seit Jahren ein ziemlich neutrales Verhältnis. Von rivalisierend oder gar feindschaftlich kann hier keine Rede sein. Zwischen den Ultrágruppen gibt es einige persönliche Kontakte, weshalb Ausschreitungen oder ähnliche Horrorszenarien am Samstag mehr denn je auszuschließen sind! In der Vergangenheit haben Stadionverbotler beider Vereine die Spiele sogar gemeinsam verfolgt. Darüber hinaus werden die Stadtverbote mit Vorkommnissen und Ereignissen begründet, bei welchen es weder zu Straftaten, noch zu Ermittlungsverfahren gekommen ist, geschweige denn die betreffenden Personen rechtskräftig verurteilt wurden. Eine bloße Personenkontrolle an einem Spieltag vor mehreren Jahren ist also einer der Gründe weshalb man es im Jahre 2016 als legitim erachtet, die Bewegungsfreiheit von nicht vorbestraften Fußballfans einzuschränken.

Beim letzten Aufeinandertreffen unserer Vereine in Mönchengladbach kam es nach dem Spiel zu Auseinandersetzungen zwischen Leverkusener Anhängern und der dort eingesetzten Polizei. Grund hierfür war eine verbale Auseinandersetzung eines Gladbacher und eines Leverkusener Fans, im Zuge dessen die eingesetzten Beamten unverhältnismäßig und augenscheinlich übermotiviert unter Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken einschritten. Wir können uns vorstellen, dass diese Vorkommnisse unter anderem als Grund für die ausgesprochenen Stadtverbote in internen Polizeikreisen aufgeführt werden. Wer nun denkt, es trifft bei den betroffenen Personen nur diejenigen, die an dieser Auseinandersetzung beteiligt waren, liegt falsch. Es trifft willkürlich Personen aus der gesamten Fanszene. Unabhängig davon ob der Betroffene an diesem Tag überhaupt in Mönchengladbach anwesend war oder bei den genannten Vorkommnissen „mitgemischt“ hat oder nicht.

Als Fanhilfen hinterfragen wir an dieser Stelle deutlich den Sinn der ausgesprochenen Stadtverbote und lehnen selbige strikt ab! Die Fanhilfen aus Mönchengladbach und Leverkusen fordern von den Behörden einen besonneneren Umgang mit Stadtverboten – wenn schon nicht auf deren Aussprache verzichtet wird. Das hiesige Vorgehen rechtfertigt die Annahme, dass von Teilen der Exekutive Anmaßungen und Beurteilungen durchgeführt werden, welche sich nicht nur fernab jeder Realität bewegen sondern auch zeigen, dass man über Sachverhalte urteilt und richtet, von welchen man bei den entsprechenden Behörden ganz offensichtlich weniger Ahnung hat, als man es gerne außerhalb darstellt. Es wird deutlich, dass hier mit reiner Willkür versucht wird, den Fans weiter ihre Freude am Fußball zu nehmen und diese an der Auslebung ihrer Leidenschaft zu hindern.

Es ist und bleibt zu verurteilen wie in Deutschland mit Fußballfans umgegangen wird!

Weitere Informationen zu den Vorkommnissen in Augsburg

Am gestrigen Samstag, den 05. März 2016 spielte unser Bayer beim FC Augsburg. Wie bereits gestern auf unserer Facebook-Seite angekündigt, gab es einen, aus unserer Sicht überzogenen, Polizeieinsatz und eine unter Gewalt angedrohte, länger andauernde Personalien Feststellung. Die Kurvenhilfe Leverkusen war bei den gestrigen Vorkommnissen in Augsburg ebenfalls vor Ort und möchte an dieser Stelle kurz über die Hintergründe des Polizeieinsatzes berichten. Wir bitten um Verständnis, dass wir aufgrund wohlmöglich anstehender Verfahren nicht all zu sehr auf Details eingehen werden. Weiterlesen